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Beginndatum
19.09.2012
Titel
Recht und Demenz
Einleitung
Mehr als 80 Besucher zählten die Veranstalter vom „Runden Tisch Demenz“ beim 3. Demenzforum im Fritz Lange Haus. „Damit war zu rechnen“, so der Moderator der Veranstaltung, Dr. Heinz-Dieter Oelmann, Chefarzt der Neurologie im KKEL Gladbeck. „Das Thema Recht und Fragen zu Versicherungen sind für Betroffene und Angehörige eben sehr wichtig.“
Haupttext

Nach einer kurzen Einführung durch Dr. Oelmann, bei der die grundsätzliche Problematik und die medizinische Seite demenzieller Erkrankungen erläutert wurden, kamen die beiden Fachreferenten des Tages zu Wort.

Die mit viel Fachkompetenz, aber auch mit Humor und etlichen Beispielen aus der Praxis gewürzten Vorträgen der beiden Referenten Familienrichter Max Perick und Heinz Jäger, Chef der Rechtsabteilung der Provinzial Versicherung in Münster, wurden von den Besuchern aufmerksam verfolgt und waren sehr interessant.

Im zweiten Teil der Veranstaltung bestand Gelegenheit, Fragen zu stellen. Und das wurde sehr intensiv genutzt – es wurde schnell deutlich, dass die meisten der Anwesenden betroffene Angehörige oder zumindest an dem Thema sehr interessiert waren.

Wie ist das mit der Haftung in Schadensfällen, wie kann ich vorsorgen, kann man gegen seinen Willen in einem Altenheim untergebracht werden?

„Grundsätzlich“, so Richter Perick, „bestimmt man immer selbst, was man möchte. Betreuungen regeln immer nur das, was der jeweilig Betroffene nicht mehr selbst regeln kann. Und das wird immer individuell entschieden. Auch bei bestehender Demenz gibt es viele Dinge, die der Mensch noch entscheiden kann und soll. Vorsorgen kann man allerdings, indem man rechtzeitig entsprechende Verfügungen erstellt. Vorsorge- und Betreuungsverfügungen regeln, wer, wie und wann bestimmte Aufgaben übernehmen soll.“

Aber auch in puncto Versicherungen gab es Interessantes zu erfahren: Wann Schadenersatz zu leisten ist, ist zuerst eine Frage der Schuldfähigkeit und die kann bei demenziell erkrankten Menschen schon manchmal der Klärung bedürfen. In jedem Fall ist eine Privathaftpflicht sinnvoll, weil sie immer diese Fragen prüft und falls sie nicht zahlt, die Klärung der Rechtsfragen veranlasst.

Wann muss man den Führerschein abgeben, kann man verhindern, dass ein demenzkranker Angehöriger noch Auto fährt, und was kann man tun, wenn jemand plötzlich sein Geld verschenkt?

Mehr als zwei Stunden beantworteten die beiden Referenten geduldig und oft mit dem nötigen Humor alle Fragen. Moderator Dr. Oelmann stellte zum Schluss fest: „Die Idee der Aktiven am Runden Tisch war genau richtig – das Thema hat den Nerv der Besucher getroffen und wir alle haben heute eine Menge dazu gelernt – sogar ich als Facharzt!“

Noch lange nach Ende der Veranstaltung wurde im kleinen Kreis mit den Referenten diskutiert und Einzelfragen geklärt. In einem sind sich alle Teilnehmer sicher: Es wird 2013 ein 4. Demenzforum geben.



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