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Beginndatum
06.06.2018
Titel
Bürgermeister bittet Schulministerin um Hilfe
Einleitung
Seit Januar 2017 ist die Josefschule ohne Rektorin. Kommissarisch wird sie seitdem von Konrektorin Regina Wiwianka geleitet.
Haupttext

Sie ist auch einzige Bewerberin um die freie Schulleitungsstelle. Also könnte alles ganz einfach sein: Eine erfahrene beliebte Kraft, die sich bereits in der Leitung bewährt hat, könnte die Nachfolge der ehemaligen Schulleiterin Dorothea Gerenkamp übernehmen. Ihr einziger Makel: Sie ist nicht katholisch!

Nach mehreren erfolglosen Stellenausschreibungen hatten die Stadt Gladbeck und die Schulgemeinde nun die berechtigte Hoffnung, dass die Konrektorin auch die neue Rektorin der Schule wird.

Problem: Das Schulgesetz sieht vor, dass Leitungsstellen von katholischen Grundschulen nur mit katholischen Bewerbern besetzt werden dürfen. Vor dem Hintergrund, dass es generell sehr schwierig ist, Schulleitungsstellen zu besetzen, hatte das Bistum Essen in ähnlichen Fällen bereits einer Ausnahme zugestimmt. Allerdings besteht das Schulministerium ausdrücklich auf der Position, dass nur Katholiken an einer katholischen Grundschule die Schulleitung übernehmen dürfen. Damit ist eine Nachbesetzung der Leitungsstelle an der Josefschule immer noch nicht in Aussicht.

Nachdem sich Bürgermeister Ulrich Roland bereits hilfesuchend an Regierungspräsidentin Dorothee Feller gewandt hatte, bittet er nun Schulministerin Yvonne Gebauer um Unterstützung:

„Frau Wiwianka genießt in der Schulgemeinde der katholischen Grundschule einen hervorragenden Ruf in Bezug auf ihre pädagogische Arbeit, Führungs- und Leitungskompetenz und auch als Sachwalterin der Schulinteressen. Ihre Eignung als Leiterin der Josefschule hat sie mittlerweile seit eineinhalb Jahren nachgewiesen“, appelliert Bürgermeister Ulrich Roland an die Schulministerin, sich für die Besetzung der Stelle mit Regina Wiwianka zu verwenden.

Dazu verweist er auch auf ein aktuelles Urteil des Gerichtshofs der Europäischen Union, das grundsätzlich die fehlende Religionszugehörigkeit nicht als Grund für die Ablehnung eines Bewerbers akzeptiert hatte, sondern vielmehr darin einen Verstoß gegen das Diskriminierungsverbot gegenüber konfessionslosen Bewerbern sieht. Deshalb regt Roland auch eine Änderung des Schulgesetzes gegenüber der Ministerin an: „Wichtiger als die konfessionelle Bindung muss doch die Versorgung unserer Schulen mit qualifizierten Rektorinnen oder Rektoren sein!“



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