Pressenews

Pressenews

Beginndatum
06.03.2019
Titel
100 Jahre: Fotoausstellung „Am Puls der Zeit“
Einleitung
Im Rahmen der 2019 stattfindenden Veranstaltungen zum 100-Jahr-Jubiläum der Stadt Gladbeck wählte Berta Walter-Hamza, seit 30 Jahren als Dozentin an der Musikschule tätig, das geschichtsträchtige Günter-Waleczek-Haus für ihre Fotoausstellung "Am Puls der Zeit - 100 Jahre Gladbeck im Herzen des Ruhrgebiets“ aus.
Haupttext

Am Sonntag, 24. März, findet um 11.30 Uhr im Vorspielsaal der Musikschule die feierliche Eröffnung mit Musik, Gedankenaustausch und einem Umtrunk statt.

Berta Walter-Hamza geht mit ihren Fotoarbeiten auf Spurensuche nach einer versinkenden Ära der über 100jährigen Bergbaugeschichte in Gladbeck und der umliegenden Region: Schauplätze sind Gladbecks Maschinenhalle Zweckel, die im Bauhausstil errichtete Zeche Zollverein, die Jahrhunderthalle Bochum und der Landschaftspark Duisburg.
Ihre Bilder sieht sie als Erinnerungsräume, in denen die Bergarbeiter der Ruhrregion ihren genetischen Fingerabdruck hinterlassen haben: Menschen aus aller Herren Länder mit ihrer religiösen und ethnischen Vielfalt, regelrecht zusammengeschweißt durch Wissen und Können, Innovation und Tradition, Zusammenhalt und Identität; sie versteht ihre Bilder auch als Dokumente ihrer Hochachtung vor der außerordentlichen Lebensleistung dieser Menschen.
Jedes der achtzehn großformatigen Farbexponate auf Alu-Dibond trägt bezeichnenderweise einen Titel, verdankt seine Entstehung einer Mischung aus Zufall, gezieltem Shooting und einer sich wie in einem Roman entwickelnden Folge von Bild-Szenen, die in messerscharfer Klarheit ebenso beeindrucken wie in verspielter, realistisch-verträumter Fotomalerei. Ob bei einem Spaziergang mit ihrem Mann und Freunden oder bei Besuchen von Events der Ruhrtriennale Berta Walter-Hamza wirft einen detailbesessenen Blick auf jene Industriestätten des Bergbaus, die zu Recht heute teilweise zum Welterbe der UNESCO zählen.
Die musikalische Umrahmung wird gestaltet vom Blechbläserensemble unter Leitung von Musikschuldirektor Rolf Hilgers, dem Hamza-Quartett, das u.a. eine Uraufführung des Gladbecker Komponisten Heinz-Josef Florian zu Gehör bringen wird, und Felicia Hamza, ehemalige Musikschülerin der Musikschule der Stadt Gladbeck. Bürgermeister Ulrich Roland hat die Schirmherrschaft übernommen.

Weitere Informationen zur Ausstellung:
"Poesie aus schwarzem Gold, archaische Orte aus Kohle und Stahl, Kabeln, Schrauben und Muttern, aus Rädern und Röhren, Kesseln, Turbinen und Hochöfen." (B.W.H.)
Das Titelbild "Am Puls der Zeit" , aus dem Inneren der Maschinenhalle Zweckel, zeigt die Darstellung eines Drehrads, (das Druckluft und Energie zu regeln vermochte), symbolisch ein Drehen am "Rad der Zeit", deren Abläufe wir versuchen zu steuern und zu beherrschen, eine Zeit, die bis heute ihre Spuren hinterlassen hat in den Biografien der dort arbeitenden Menschen und ihrer Landschaft.
Den vierteiligen Fotozyklus "Hommage an Herta Müller", versteht B.W.H. als eine Verneigung vor der rumäniendeutschen Literaturnobelpreisträgerin , deren beeindruckende Eröffnungsrede zur Ruhrtriennale 2017 in Bochums Turbinenhalle wesentlicher Inspirationsquell war zur Entwicklung ihrer fotografischen Impressionen.
Die beiden Fotogemälde "Mitten wir im Leben sind" (dem Titel der gleichnamigen Bachkantate BWV 383 entlehnt) sind eine Reminiszenz an einen unvergesslichen, großen Abend in der Maschinenhalle Zweckel mit dem Cellisten Jean-Guihen Queyras und der niederländischen Tanzkompanie von Anne Teresa De Keermaeker im August 2017, der Ausgangspunkt werden sollte für Idee und Gestaltung der vorliegenden Fotoserie.
Besonders am Herzen liegt Berta Walter-Hamza auch die Darstellung von Olu Oguibes Installation "Aufruf an die Jugend aller Nationen" (Auftragswerk der Ruhrtriennale 2018 im Westpark der Jahrhunderthalle Bochum), denn auch darin findet sie Anregung zu zwei wesentlichen Fragen:

1.) Was können wir lernen aus der Geschichte des Bergbaus für unsere Zukunft?
Stichworte: Themen wie Zusammenhalt, Solidarität, Respekt, Toleranz, Identität und Zuhörigkeit.
2.) Was verbindet den Bergbau mit der Kunst?
Stichwort: eine Lebensaufgabe, die nur mit Ausdauer, Fleiß, Durchhaltevermögen, Kreativität und Disziplin zu meistern ist.
"Kunst ist essentiell für ein menschliches Leben" gehört zum Credo von Berta Walter- Hamza`s Wirken und Beschäftigung mit und für die Kunst.
So sieht sie im Umgang mit dem vor 50 Jahren eingeleiteten Abschied vom Bergbau in der Ruhrregion eine großartige Symbiose von verantwortlichem Umgang mit Identitäts-, und Geschichtsbewusstsein, dem Respekt vor einer herausragenden Arbeit und Lebensaufgabe der Bergwerkszunft, erkennt darin Vorläufer und Spiegel einer vorbildlichen multi-kulturellen, in die Moderne führenden Gesellschaft; eine Symbiose, die Zeugnis ablegen soll über den Wandel der Zeiten mit dem Mensch im Mittelpunkt des Geschehens.
Als Zugereiste (vor fast 40 Jahren aus ihrer süddeutschen Heimat berufshalber weggezogen ins Ruhrgebiet) verweigert sich Walter-Hamza einem nostalgisch-verklärten Blick auf die Bergbauepoche, deren Schattenseiten heute mehr denn je zu Tage treten und noch viele Generationen danach beschäftigen werden. Vielmehr geht es ihr darum, im Blick auf das Kleinste ein großes Ganzes widerzuspiegeln. Dazu verwendet sie wie zufällig gewählte Perspektiven, nutzt spielerisch die Optik des Lichts, der Kontraste, Geometrie von Form und Farbe, erzeugt Verwandlung bis hin zu Verfremdung des Objekts.
Die Ausstellung wird bis Ende September zugänglich sein, gerne wird die Künstlerin bei Anfrage persönlich durch die Ausstellung führen.



Zum Pressenews Archiv

Veranstaltungskalender

Zum Veranstaltungskalender

Veranstaltungstipp
Das Bild zeigt den Werbebanner der ELE
WEB 2.0
Logo von Facebook Logo von Twitter Logo von Youtube Das Bild zeigt das Logo von flickr Logo von Xing
Zurück | Seitenanfang | Druckansicht