Aktuelles Gladbeck

Titel
Zukunftsfähig und barrierefrei: Umbau der Haltestelle Bahnhof Gladbeck West fast abgeschlossen
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Einleitung
Seit Freitagvormittag, 4. September, fließt der Verkehr auf der Sandstraße wieder vierspurig. Mit einer Bauzeit von knapp fünf Monaten ist der barrierefreie Umbau des Bereiches rund um die Bushaltestelle Bahnhof Gladbeck West so gut wie abgeschlossen.
Haupttext

Dabei wurden die Fahrbahnen, die Nebenanlagen sowie der westliche Arm der Kreuzung in beide Fahrtrichtungen baulich angepasst, um allen Verkehrsteilnehmern an der hochfrequentierten Haltestelle unter dem Gesichtspunkt der Barrierefreiheit größtmögliche Sicherheit und höheren Komfort zu bieten. Besonders der Radverkehr profitiert durch eine verbesserte Führung im Kreuzungsbereich. Gefördert wurde die Baumaßnahme durch das Kommunalinvestitionsförderungsgesetz, so dass die Stadt nur einen zehn-prozentigen Eigenanteil bezahlen musste.

„Wir sehen hier eine gebaute Maßnahme der Verkehrswende: Mit Blick auf die Modernisierung des ÖPNV und des Rad- und Fußverkehrs ist an dieser Stelle ein gelungenes und zukunftsfähiges Miteinander für alle Verkehrsteilnehmer geschaffen worden“, betont Stadtbaurat Dr. Volker Kreuzer die positiven Effekte der Umgestaltung.
Wurzelaufbrüche und die raue Oberfläche auf den Gehwegen, mangelhafte Pflasterflächen und Spurrillen in Busbuchten und Fahrspuren: Dieser Zustand ist nun Geschichte. Die Gehwege erhielten eine ebene Pflasterfläche, die Busbuchten und Fahrspuren eine ebene, halbstarre Deckschicht. Zwischen Wartehalle und Haltekante der Busse sind die Räume deutlich großzügiger geworden: Wo früher vier Meter Platz waren, sind es nun 5,80 Meter im Norden und sechs Meter im Süden. Markierte Ein- und Ausstiegsbereiche mit einer Länge von 1,50 Metern dienen der Konfliktvermeidung und bieten mehr Platz für Passanten, Fahrradfahrer und Busnutzer.

An den Busbuchten wurden Niederflurbusbordsteine mit einer Höhe von 18 Zentimeter eingebaut, um mobilitätseingeschränkten Menschen das Einsteigen in die Busse zu erleichtern. Für die Bushaltestelle wurden ebenfalls Aufmerksamkeits- und Auffangstreifen eingebracht sowie ein zusätzliches Aufmerksamkeitsfeld an den Haltekanten installiert. Sie helfen den sehbeeinträchtigten ÖPNV-Nutzerinnen und –Nutzern, um den Einstiegsbereich eines Busses zu finden. Durch die verlängerte Haltekante der Busbuchten mit einer Länge von 33 Metern ist nun Platz für einen Standardlinien- sowie einen Gelenkbus, so dass die An- und Abfahrt der Busse besser erfolgen kann. Dadurch bleibt die Fahrspur für den Folgeverkehr frei, so dass PKW-Fahrer nicht mehr wie bisher durch haltende Busse behindert werden.

Auch die neuen Wartehallen bieten nun größeren Komfort: Im Gegensatz zu den alten Wartehäuschen haben die neuen Hallen nun Seitenteile als Wetterschutz, sind beleuchtet und erhalten zusätzliche Sitzmöglichkeiten. Ergänzend zu den Sitzgelegenheiten in den Wartehallen gibt es weitere Ruhebänke in unterschiedlichen Sitzhöhen. Zudem sorgen Solarpanele auf den Wartehallendächern für die Stromversorgung der Anlagen samt der neuen Info-Tafeln, die in der kommenden Woche installiert werden sollen.
Denn im Rahmen der Umbaumaßnahme werden seitens der Vestischen Straßenbahnen GmbH an den Haltestellen Monitore zur dynamischen Fahrgastinformation (DFI) errichtet. Diese dienen den Fahrgästen als ergänzende Information zu den Abfahrtzeiten der Busse in Echtzeit. Besonderer Service gerade für sehbeeinträchtigte Menschen: Sie können sich über die Abfahrzeit des Busses akustisch informieren lassen. Die DFI-Monitore wurden zudem in Absprache mit der Vestischen auch in das taktile Leitsystem integriert. „Die Besonderheit der Vorlesefunktion ist ein neuer Standard, den die Blinden- und Sehbehindertenvereine in der Region nachdrücklich loben“, erklärt Martin Schmidt, Geschäftsführer der Vestischen. „Es freut uns, mit der Stadt Gladbeck in enger Kooperation das wichtige gesellschaftspolitische Ziel der barrierefreien Gestaltung des ÖPNV konsequent zu verfolgen.“ Das Unternehmen hat bereits DFI-Monitore an den Haltestellen „Goetheplatz“ und „Willy-Brandt-Platz“ eingerichtet und startet nun mit der zweiten Ausbaustufe, in deren Verlauf es weitere 54 Anzeiger in neun Kommunen installiert.
Der Radverkehr wird zusammen mit dem Fußgängerverkehr auf breiteren und freigeräumten gemeinsamen Geh- und Radwegen baulich abgesetzt zur Fahrbahn geführt, um ein besseres Miteinander von Radfahrern und ÖPNV-Nutzern zu erreichen. Neben den Wartehallen werden zudem insgesamt zehn Radständer installiert. Auch im Bereich der Kreuzung wurde die Radverkehrsführung zur Sicherheit der Radfahrer angepasst: Der Radverkehr wird zukünftig über 1,85 Meter (inkl. Markierung) breite Radfahrstreifen durch Fahrradschleusen auf die Fahrbahn bzw. den gemeinsamen Geh-/Radweg geführt. Die Radfahrstreifen werden mit einem Breitstrich von den Fahrspuren getrennt.

Auch der nordwestliche Arm der Kreuzung wurde barrierefrei umgebaut. Die gemeinsame Furt des westlichen Armes der Kreuzung Sandstraße / Konrad-Adenauer-Allee / Mühlenstraße wurde mit differenzierten Bordhöhen und dazugehörigen taktilen Elementen umgebaut. Die oberste und unterste Stufe der Treppenanlage angrenzend an den nördlichen Geh-/Radweg zur Terrasse der Sporthalle wurden mit einer Kontrastmarkierung versehen. Die Straßenbeleuchtung wurde modernisiert und bietet neben LED-Leuchten auch eine deutlich verbesserte Ausleuchtung, auch die Ampelanlage wurde umgebaut.

Dass die Durchführung eines solches Projektes immer Einschränkungen mit sich bringt, weiß der Stadtbaurat: „Solche Baumaßnahmen sind leider mit unvermeidbaren Beeinträchtigungen verbunden, die in diesem Fall mit den Autofahrern die Gruppe getroffen hat, die am wenigsten von dieser Maßnahme profitiert.“ Ziel war es daher, die Bauarbeiten schnell und sicher durchzuführen – mit Erfolg: Die Sperrung der Fahrbahnen konnte rund einen Monat früher als geplant aufgehoben werden, denn nur noch wenige Restarbeiten stehen aus.

Der barrierefreie Umbau wurde aus Mitteln des kommunalen Investitionsförderungsgesetzes mit 90 Prozent gefördert und hat insgesamt 880.000 Euro gekostet. 780.000 Euro der Gesamtkosten waren dabei förderfähig, wovon 702.00 Euro der Bund trägt.

Beginndatum
04.09.2020


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