Aktuelles Gladbeck

Titel
"Sie liebten sich beide"
Bild
Jussi Juola
Einleitung
Die 31. Saison des Forums Deutscher Musikhochschulen begann mit z.T. als eher exotisch empfundenen Instrumenten wie Marimba und Harfe.
Haupttext

Beim zweiten Konzert präsentierte das Holzbläserquintett Argentoro zeitlose Meisterwerke, aber auch seine Instrumente Oboe, Flöte, Klarinette, Fagott und Horn.

Danach erlebte das Publikum einen fantastischen Abend mit virtuoser Klaviermusik ausgeführt von Schülerinnen der Klavierklasse von Professor Wolfgang Manz, Nürnberg. Der vierte Konzertabend am Dienstag, 12. Februar um 20 Uhr in der Stadthalle stellt eine weitere faszinierende Facette im weiten Rahmen klassischer Musik vor: Lieder zum 200. Geburtstag von Clara Schumann mit Werken von Clara Schumann, Robert Schumann und Johannes Brahms.

"Sie liebten sich beide", haben die jungen Künstler Friederike Beykirch (Sopran), Jussi Juola (Bassbariton) und Eun Hye Kang (Klavier) von der Hochschule für Musik "Carl Maria von Weber", Dresden, ihr Programm genannt. Und Judith Storbeck schreibt in ihrer Bewerbung für das Forum Deutscher Musikhochschulen: "Lieder von Liebe und Sehnsucht: Lyrik und Musik gehen im Lied eine besondere Verbindung ein, die einen nahezu intimen Einblick in das Wesen der Schöpfer der Kunstwerke gestattet."

Darüber hinaus bietet ein Gedenken an Clara Schumann die Möglichkeit, einer der ganz wenigen bedeutenden Komponistinnen Europas näherzukommen "Ich war lange überzeugt, es mit Clara Schumann als einer Vorkämpferin für Frauenrechte zu tun zu haben", stellt Heinrich Menning, künstlerischer Leiter des Forums fest. Tatsächlich sah sich Clara Schumann durchweg einer klar begründeten Geringschätzung ihrer kompositorischen Leistungen ausgesetzt.

In einer Besprechung ihres Klavierkonzertes a-Moll op. 7, geschrieben im Alter von 14 bis 15 Jahren, äußerte der Musikkritiker Carl Ferdinand Becker, dass von einer ernsthaften Kritik an dem Werk natürlich keine Rede sein könne, "weil wir es mit dem Werk einer Dame zu thun haben." Hans von Bülow behauptete: "Reprodutives Genie kann dem schönen Geschlecht zugesprochen werden, wie productives ihm unbedingt abzuerkennen ist... Eine Componistin wird es niemals geben, nur etwaw eine verdruckte Copistin... Ich glaube nicht an das Femininum des Begriffes: Schöpfer. In den Tod verhasst ist mir ferner alles, was nach Frauenemancipation schmeckt." Dagegen Heinrich Menning: "Insofern der Feminismus ein Humanismus ist, sind wir heutzutage doch alle Feministen."

Clara Schumanns Lieder gehen allerdings weit über den Aspekt von Geschlechteremanzipation hinaus. Sie seien wie die zeitlose Zerrissenheit, die in Heinrich Heines Vers aus dem Buch der Lieder zum Ausdruck kommt: "Sie liebten sich beide, doch keiner / Wollt es dem andern gestehn:/ Sie sahen sich an so feindlich,/ und wollten vor Liebe vergehn. (...)"

Das Forum Deutscher Musikhochschulen gibt jungen talentierten Künstlern die Möglichkeit, ihr Knnen in der Stadthalle einem größere kunstverständigen Publikum zu zeigen. In den meisten Fällen befinden sich die KÜnstler noch im Masterstudiengang. Das gilt auch für die Künstler des Liederabends.

Friedrike Beykirch, 1991 in Gera geboren, begann schon früh mit ihrer musikalischen Ausbildung und nahm erfolgreich an Wettbewerben wie "Jugend musiziert" teil. Seit 2011 ist sie Studentin im Hauptfach Gesang bei Prof. Christiane Junghanns an der Hochschule für Musik "Carl Maria von Weber" in Dresden. 2015 schloss sie ihr Bachelorstudium in Dresden ab und studiert seither im Masterstudiengang Gesang KOnzert/ Lied, ebenfalls in Dresden.

Der finnische Bassbariton Jussi Juola, 1987 in Kerninma / Finnland geboren, studiert seit 2015 an der Hochschule für Musik "Carl Maria von Weber" Dresden Gesang, derzert in der Meisterklasse von Prof. Christiane Junghanns und in der Liedklasse bei KS Prof. Olaf Bär. Er beendete seinen Bachelor of Music an der Oulu University of Applied Sciences. Beim Gesangswettbewerb Otto Valenius belegte Jussi Juola den ersten Platz. Beim Ensemblewettbewerb der Hochschule Dresden 2015 erhielt er den Sonderpreis für die beste Interpretation zeitgenössischer Musik.

Eun Hye Kang wurde in Seoul / Südkorea geboren, studierte an der HfM Dresden Klavier bei Prof. Pia Kaiser und Liedgestaltugn in der Lied-Klasse von Prof. Ulrike Siedel und KS Prof. Olaf Bär. Sie absolvierte die Miesterklasse an der HfM Dresden. Eun Hye Kang ist Gewinnerin zahlreicher Priese, 2013 gewann sie beispielsweise den 2. Preis beim Concorso Internatinale di Musica Euterpe" und mit dem Bassbariton Jussi Juola den Sonderpreis beim 5. Ensemblewettbewerb.

Es gilt wie immer das Diktum von Yehudi Menuhin: "Die Musik spricht für sich allein. Vorausgesetzt, wir geben ihr eine Chance."

Eintrittskarten gibt es noch zum Preis von 7,50 Euro (inkl. Gebühren) an der Abendkasse (Ermäßigungen für Schüler, Studenten etc.). Weitere Informationen im Kulturamt unter Tel. 02043/99-2628.

Beginndatum
07.02.2019


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