Hausbankverfahren

Fast ausschließlich werden öffentliche Finanzierungshilfen von den Fördergebern nicht unmittelbar an die Sie als Kreditnehmer/in, sondern über Kreditinstitute vergeben, die auch für die von ihnen durchgeleiteten Kredite haften. Kreditanträge auf öffentliche Fördermittel sind daher bei einem Kreditinstitut nach Wahl des Kreditnehmers ( Hausbank ) zu stellen.
Üblicherweise ist die Hausbank Ihre kontoführende Bank / Sparkasse. Die Hausbank überprüft die Fördervoraussetzungen und die Kreditfähigkeit, stellt die Durchfinanzierung des Vorhabens sicher und prüft den bei Vertragsabschluss zu erstellenden Verwendungsnachweis.

Vor Antragstellung dürfen Sie mit dem zu finanzierenden Vorhaben nicht beginnen.

 

 

Sicherheiten

Grundsätzlich gilt: Kein Kredit ohne Sicherheiten.
Jedes Kreditinstitut vergibt nur dann ein Darlehen, wenn es sicher ist, das geliehene Geld auch zurückzubekommen. Diese Gewissheit wird vermittelt durch

  • die Person der Antragstellerin/des Antragstellers, die Qualifikation und Einsatzbereitschaft,
  • ein überzeugendes Unternehmenskonzept und eine erfolgversprechende Rentabilitätsvorschau
  • und so genannte "bankübliche" Sicherheiten.

 

Bankübliche Sicherheiten


Zur Absicherung der Rückzahlungsverpflichtung wird die Hausbank bei einer Kreditvergabe - auch im Rahmen öffentlicher Finanzierungsprogramme, mit Ausnahme von Nachrangdarlehen - von Ihnen "bankübliche" Sicherheiten verlangen:
Dazu übertragen Sie Teile Ihres Vermögens bzw. bestimmte Rechte daran auf den Kreditgeber. Das Spektrum dieser Sicherheiten reicht von der persönlichen Haftung bis hin zur Übereignung von eindeutig bewertbaren Mobilien oder Immobilien an die Bank.
Die Bank verwertet die Sicherheiten, wenn Sie zahlungsunfähig sind.

Bankübliche Sicherheiten sind z. B.

  • Grundstücke / Grundschulden, Bankguthaben, Lebensversicherungen
  • Kundenforderungen
  • Wertpapiere
  • Bürgschaften, z. B. von Bürgschaftsbanken, Kreditgarantie-Gemeinschaften, Privatpersonen
  • Sicherungsübereignung von Maschinen etc.

 

Wie Banken Sicherheiten bewerten


In der Regel bewertet die Hausbank die gestellten Sicherheiten nicht nach dem aktuellen Zeitwert, sondern nach dem so genannten Beleihungswert. Von diesem Beleihungswert zieht die Bank dann noch einmal einen Sicherheitsabschlag ab, der das jeweilige Verwertungsrisiko der Sicherheiten berücksichtigt. Daraus ergibt sich die Beleihungsgrenze, bis zu der die Bank eine Sicherheit bewertet.
Eine Zusammenstellung banküblicher Sicherheiten und deren Bewertung finden Sie hier.

 

Haftungsfreistellung der Hausbank


Wenn Sie Verbindlichkeiten, z.B. in Form eines Kreditvertrages, eingehen, haften Sie für Ihre Schuld. Sie müssen also den Kredit wie vereinbart zurückzahlen oder der Hausbank Ihre Sicherheiten überlassen.
Die Hausbank haftet ihrerseits gegenüber der Förderbank ( NRW.BANK oder KfW Mittelstandsbank ) für die Rückzahlung der vollen Kreditsumme.
Häufig stehen keine ausreichenden Sicherheiten zur Verfügung. Dies bedeutet dann für die Hausbank ein höheres Risiko. Damit eine Finanzierung nicht von vornherein an unzureichenden Sicherheiten scheitert, sehen öffentliche Finanzierungsprogramme z.T. so genannte "Haftungsfreistellungen" der Hausbank vor:
Die Förderbank übernimmt einen Teil des Hausbankrisikos, d. h. sie befreit die Hausbank des Antragstellers in Höhe des im Programm genannten %-Anteils von deren Haftung. Das dadurch stark reduzierte Ausfallrisiko für die Hausbank soll deren Bereitschaft für eine Kreditvergabe fördern.

Im Fall der Zahlungsunfähigkeit des Kreditnehmers werden die gestellten Sicherheiten durch die Hausbank verwertet. Ein verbleibender Betrag wird zwischen Förder- und Hausbank im vereinbarten Haftungsverhältnis aufgeteilt.

Für Sie als Kreditnehmer/in hat die Haftungsfreistellung der Hausbank

  • keine Auswirkungen auf Ihre Rückzahlungsverpflichtung;
  • keine generelle Ersatzfunktion für Ihre banküblichen Sicherheiten;
  • einen geringfügigen Zinsaufschlag für die Risikoübernahme zur Folge.

 

Bürgschaften


Bei einer Bürgschaft garantieren Dritte die Rückzahlung Ihres Kredites und müssen Ihre Schuld begleichen, wenn Sie dazu nicht in der Lage sind.
Neben persönlichen Bürgschaften, z.B. aus Ihrem privaten Umfeld, gibt es öffentliche Bürgschaften - sog. Ausfallbürgschaften - hier der Bürgschaftsbank NRW.
Diese übernimmt Bürgschaften generell nur, wenn sonstige Sicherheiten nicht oder nicht im erforderlichen Umfang zur Verfügung stehen. Zunächst haben Sie daher alle zumutbaren Sicherheiten Ihrer Hausbank anzubieten.
Darüber hinaus werden grundsätzlich Kredite für Sanierungen und Umschuldungen nicht verbürgt.

Wieder geordnete finanzielle Verhältnisse, kaufmännische und fachliche Qualifikation sowie positive Zukunftsaussichten vorausgesetzt, bürgt die Bürgschaftsbank NRW für Sie als Kreditnehmer/in bei Ihrer Hausbank. Allerdings nur bis zu 80% des zu besichernden Kreditbetrages, max. 1 Mio. € ( 80% eines Gesamtkreditbetrages von 1,25 Mio. € ). Die restlichen 20% bleiben im Risiko der Hausbank.

Aber auch hier gilt: Sie haften als Kreditnehmer/in immer für die gesamte Kreditsumme. Sollte also die Bürgschaft in Anspruch genommen werden müssen, findet ein "Gläubigeraustausch" statt, d.h. in Höhe der Bürgschaft ist nun anstelle der Hausbank die Bürgschaftsbank Ihre Gläubigerin.

In einer Gemeinschaftsaktion mit der Bürgschaftsbank NRW bietet die NRW.BANK mit ihrem Gründungs- bzw. Mittelstandskredit die Möglichkeit, zur Verstärkung banküblicher Sicherheiten in einem einheitlichen Antragsverfahren gleichzeitig eine Bürgschaft zu beantragen. Dabei findet die zusätzliche Risikoprüfung durch die Bürgschaftsbank bis zu einem Bürgschaftsvolumen von 120.000 € ( 80% eines Gesamtkreditbetrages von 150.000 € ) in einem vereinfachten Verfahren statt.

In der Regel wird eine Ausfallbürgschaft ebenfalls im dargestellten Hausbankverfahren beantragt.

 

Bürgschaft ohne Bank


In bestimmten Fällen kann eine Bürgschaft allerdings auch direkt - ohne Einschaltung der Hausbank - beantragt werden:
Um den Zugang zu Krediten für einen "kleinen" Finanzierungsbedarf zu erleichtern, können Sie eine Ausfallbürgschaft von maximal 100.000 € ( 80% eines Gesamtkreditbetrages von 125.000 € ) direkt bei der Bürgschaftsbank beantragen.

Wird die Ausfallbürgschaft zugesagt, gehen Sie nicht nur mit einem unstrittigen Sicherheitsangebot in die Kreditverhandlungen mit Ihrer Hausbank. Sie können auch ein betriebswirtschaftlich vorgeprüftes Konzept präsentieren.

Mehr zum Thema Bürgschaftsbank NRW

Nachrangdarlehen

Soweit es sich bei öffentlichen Finanzierungshilfen um Nachrangdarlehen handelt, werden keine Sicherheiten benötigt. Allerdings haften natürliche Personen als Endkreditnehmer persönlich für die Rückzahlung.
Da die Förderbank im Rang hinter die Forderungen der Hausbank zurücktritt, d.h. im Verwertungsfall nachrangig berücksichtigt wird, haben Nachrangdarlehen eigenkapitalähnliche Funktion. Damit verbessern sie Ihre Bonität und erleichtern den Zugang zu weiteren Finanzierungsmitteln.
Nachrangige Darlehen bietet die NRW.BANK für kleine und mittlere Unternehmen mit dem NRW/EU.Investitionskapital sowie die KfW Mittelstandsbank mit der Produktfamilie Unternehmerkapital ( ERP-Kapital für Gründung und für Arbeit und Investitionen. )

Das Risiko für die Fördergeber ist dabei vergleichsweise größer, der Zins für Nachrangdarlehen daher in der Regel höher als für einen Normalkredit.

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