Basel II / Rating

Basel II

Ziel der sogenannten Basel II - Regelungen ist eine Stabilisierung des Banken- und Finanzsystems, um Finanzkrisen zu verhindern. Diese können entstehen, wenn Unternehmen Kredite bewilligt bekommen, die sie nicht zurückzahlen können. In der Folge kann es zu Insolvenzen nicht nur der betroffenen Kreditinstitute, sondern auch von Partnerfirmen solcher Unternehmen kommen.

In der Vergangenheit haben die Banken die Kreditwürdigkeit ihrer Kunden vor allem anhand der letzten drei bis fünf Bilanzen bewertet, die ihnen von den Kunden vorgelegt wurden. Basel II sieht nun allerdings vor, dass neben diesen Daten aus der Vergangenheit auch zukunftsbezogene Fakten stärker bei der Kreditprüfung berücksichtigt werden.

Die Basel II - Regelungen und das damit verbundene Rating wollen für eine transparente Kreditvergabe und damit für weniger Probleme in der Wirtschaft sorgen.
Man kann sie als vorsorgliches Krisenmanagement verstehen.


Rating und Bonität

Die neuen Eigenkapitalrichtlinien ( Base II ) schreiben den Banken vor, die Kreditzinsen künftig stärker an der Bonität des Kreditnehmers auszurichten. Das bedeutet: Unternehmen mit schlechter Bonität zahlen mehr, Firmen mit guter Bonität zahlen weniger Zinsen.
Die Bonität beschreibt die Güte eines Kreditnehmers, d.h. die Fähigkeit Kredite ( Zinsen und Tilgung ) fristgerecht / vereinbarungsgemäß zurückzahlen zu können.
Die Bonität von Unternehmen soll durch ein sog. "Rating" ermittelt werden.

Ein Rating ( engl. bewerten, abschätzen ) ist die Beurteilung der voraussichtlichen Bonität eines Unternehmens, bzw. die Berechnung der Ausfallwahrscheinlichkeit.

Diese Bonitätsbeurteilung erfolgt anhand eines standardisierten Verfahrens. Einerseits werden Kennzahlen aus verschiedenen Informationsbereichen des Jahresabschlusses oder der betriebswirtschaftlichen Planungsrechnung gebildet, andererseits werden zukunftsgerichtete, qualitative Faktoren einbezogen. Dazu zählen neben konjunkturellen Aussichten und Markttrends vor allem sog. Weiche Faktoren wie Management- und Mitarbeiterqualität.

Die Ergebnisse des Ratings werden in einer Note / Kennzahl ( Ratingklasse, Ausfallrate ) zusammengefasst, die jeweils mit bestimmten Kreditkonditionen verknüpft sind. Informationen zum risikogerechten Zinssystem.

Orientierungshilfen zu den KfW-Bonitätskategorien

sehr gut :
Das Unternehmen übertrifft im Hinblick auf Eignung des Managements, Zielerreichung in der Vergangenheit, Marktpositionierung, Zukunftsaussichten, Vermögens- und Ertragslage bei weitem seine Wettbewerber.

gut:
Das Unternehmen hat den Markteintritt geschafft und konnte seine Marktstellung festigen. Die bisherigen Planungen wurden übertroffen. Das Management erscheint sehr gut ausgebildet und solide. Der Break-Even ist erreicht worden, Vermögens- und Ertragslage sind sehr gut.

befriedigend:
Das Unternehmen hat den Markteintritt geschafft, besitzt aber noch keine gefestigte Marktstellung. Die bisherigen Planungen sind erreicht worden. Das Management erscheint gut ausgebildet und solide. Der Break-Even ist erreicht worden. Vorübergehende Ertragsschwächen können unschwer durch vorhandenes Vermögen ausgeglichen werden.

ausreichend:
Das Unternehmen befindet sich in der Endphase des Markteintritts. Die bisherigen Planungen sind knapp erreicht worden. Das Management erscheint gut ausgebildet und solide. Der Break-Even kann in kurzer Zeit erreicht werden. Ertragsschwächen können bis auf weiteres durch vorhandenes Vermögen ausgeglichen werden.

noch ausreichend:
Das Unternehmen befindet sich noch in einer frühen Phase des Markteintritts. Die Planungen wurden bislang noch verfehlt, für die Zukunft erscheint die Zielerreichung jedoch plausibel. Das Management besitzt leichte Schwächen, eine angemessene Unternehmenssteuerung ist jedoch gewährleistest. Die Finanz-, Vermögens- und Ertragslage war zuletzt nicht befriedigend, eine Verbesserung zeichnet sich jedoch ab.

nicht ausreichend:
Das Unternehmen hat den Markteintritt noch nicht geschafft. Die bisherigen Planungen sind deutlich unterschritten worden. Das Management weist Defizite auf, die berechtigte Zweifel an der Bestandsfestigkeit des Unternehmens aufkommen lassen. Die Finanz-, Vermögens- und Ertragslage ist unzureichend.


Rating und ExistenzgründerInnen

Jeder Kreditnehmer muss sich auf das Bankenrating einstellen. Anders als bestehende Unternehmen können Existenzgründerinnen und Existenzgründer dabei noch keine Jahresabschlüsse vorweisen, aus denen ersichtlich wäre, wie gut das Unternehmen läuft.
Daher kommt es für Existenzgründerinnen und Existenzgründer vor allem darauf an, ein überzeugendes Unternehmenskonzept zu erarbeiten bzw. vorzustellen und fachliche sowie kaufmännische Qualifikationen nachzuweisen.

Ratingplaner Online

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie bietet im Rahmen eines Softwarepaketes neben allgemeinen Informationen zum Rating und zu den Neuregelungen von Basel II die Möglichkeit, eine sorgfältige Analyse des gesamten Unternehmens nach umfangreichen Checklisten anfertigen zu lassen. Auf diese Weise können sich Unternehmerinnen und Unternehmer ganz konkret auf Fragen vorbereiten, die ihnen auch bei einem Banken-Rating gestellt werden können und sie erkennen Schwachstellen in ihrem Unternehmen und können diese korrigieren.

Ratingplaner Online:
http://www.existenzgruender.de/onlineplaner/index.php

 

Rating-Selbstcheck

Ein anonymes Rating zur Überprüfung der Kreditwürdigkeit von Unternehmen bietet die IHK Nord Westfalen mit IHK-Win-Rating an. Der Selbstcheck, der den Betrieben in knapp 25 Minuten eine erste Stärken- und Schwächenanalyse liefert, dient vor allem der Vorbereitung von Bankgeschäften. Dieser Test ersetzt zwar kein Rating, zeigt den Unternehmen aber bei selbstkritischer Beantwortung der Fragen auf, in welchen Bereichen zielgerichtete Maßnahmen zur Stärkung der Zukunftstätigkeit des Unternehmens und damit zur Verbesserung der Kreditwürdigkeit eingeleitet werden sollten.

Das Rating im Internet wurde von den IHKs in Nordrhein-Westfalen in Anlehnung an die neuen Rating-Verfahren der Banken und Sparkassen konzipiert. Im Mittelpunkt stehen dabei die sog. qualitativen Rating-Faktoren, die sich nicht unmittelbar aus den Jahresabschlussinformationen ergeben.

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