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Erbschaftssatire "Jeeps" kommt kurz nach der Premiere in die Stadthalle
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Einleitung
In Deutschland werden jährlich bis zu 400 Milliarden Euro vererbt.
Haupttext

Was würde geschehen, wenn dieses Kapital einer drastischen Umverteilung unterzogen würde? Genau hier setzt das Theaterstück "Jeeps" an, das am Dienstag, den 16. Januar, 20 Uhr in der Stadthalle gezeigt wird.

Jobcenter München, das Büro von Sachbearbeiter Gabor. Vom Fenster aus kann man seinen neuen Geländewagen sehen, für den er sich auf viele Jahre verschuldet hat. Mit ihm im Büro sein Kollege Armin und zwei Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Gemein haben sie allerdings, dass sie Gabor drohen und zwar damit, sein geliebtes Auto in die Luft zu jagen, wenn er nicht die Lose rausrückt. Eine Erbschaftsreform hat nämlich dafür gesorgt, dass die zu vererbenden Vermögenswerte unter allen Berechtigten, die ihren Antrag korrekt gestellt haben, verlost werden. Silke, Firmenbesitzerin, die gerade ihren Vater verloren hat, will sich jetz ein Los besorgen. Maude, ihre Komplizin, ist langzeitarbeitslos und möchte eigentlich nur eine  Regelsatzerhöhung um acht Euro. Allerdings hat Gabor sie beim Pfandflaschensammeln erwischt und ihr daraufhin ihren Erlös vom Regelsatz abgezogen. Das sorgt ebenfalls für Frust. Dann geht etwas schief und das Auto fliegt tatsächlich in die Luft.

Mit ihrem Theaterstück "Jeeps" trifft Nora Abdel-Moksoud die Achillesferse unserer Gesellschaft. Es geht um nicht weniger als um die Frage nach Gerechtigkeit. Dabi kommt manch unangenehme Wahrheit ans Licht: 400 Milliarden Euro werden pro Jahr vererbt und jedes fünfte Kind ist arm. Der Regelsatz Hartz IV für Bildung liegt bei 1,12 Euro im Monat und pro Tag werden 4,48 Euro für Nahrungsmittel veranschlagt - klingt ungerecht? Aber ist eine Umverteilung von außen gerecht? Wer ist bereit etwas abzugeben? Gehöre ich selbst zur Mittelschicht? Oder wirklich schon zu den Besserverdienenden? Mit bissigem Humor und großer Präzision zeigt Abdel-Maksoud damit unser Denken und Handeln auf. Ein frühes Kommen lohnt sich, denn um 19:20 Uhr wird es im Kommunalen Kino im Untergechoss der Stadthalle einen circa 20-minütigen Einführungsvortrag von Dramaturgin Verena Caspers von der Burghofbühne Dinslaken geben. Der Eintritt zur Einführung ist für alle Besucher:innen des Theaterstücks frei.

Tickets für diese Veranstaltung sind erhältlich über Eventim und Westticket. Zusätzlich ist die Kasse der Stadhalle von Montag bis Donnerstag, 10 bis 13 Uhr, sowie vor und während aller Veranstaltungen besetzt. Telefon: 02043/99-2682 / E-Mail: mjs-kasse@stadt-gladbeck.de.

Foto: Verena Caspers

Beginndatum
07.12.2023


Veranstaltungstipp
 
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