Liebe Gladbeckerinnen und Gladbecker,

„Wir haben die Erde nicht von unseren Eltern geerbt, sondern von unseren Kindern geliehen.“
 
Ja, Klima- und Umweltschutz bedeutet immer auch Generationengerechtigkeit!

Ich möchte hierzu Bundespräsident Johannes Rau zitieren, der bereits 2004 sagte:

„Aber Ökonomie und Ökologie stehen nicht gegeneinander,
wenn man beides intelligent betreibt.
Ökonomismus ist so wenig erfolgversprechend wie Ökologie um jeden Preis.
Man darf das nicht vergessen,
vor allem nicht in einer Zeit,
in der viel von Generationengerechtigkeit die Rede ist,
also davon, dass das, was wir tun,
verantwortet werden muss vor den nächsten Generationen.
Denn auf lange Sicht ist ökonomisch nur verantwortbar,
was ökologisch vernünftig ist.“
Zitat Ende.

Ein ausgeprägtes Umweltbewusstsein entwickelte sich bereits in den 70er-Jahren.
1980 ist daraus sogar eine neue Partei hervorgegangen: DIE GRÜNEN!

Und Willy Brandt forderte schon 1961:
„Der Himmel über dem Ruhrgebiet muss wieder blau werden!“

Der Himmel über der Ruhr ist wieder blau,
auch deutschlandweit wurde viel erreicht.
International wurden Abkommen unterzeichnet,
Klimaschutzziele vereinbart.
Weltweit, auch in Deutschland,
werden diese Versprechen aber nicht eingehalten,
Klimaschutzziele verfehlt.

Wissenschaftler weltweit warnen vor den verheerenden Folgen des Klimawandels.
Fahrt haben die Proteste gegen den Klimawandel sicherlich auch durch die „Fridays for Future Bewegung“ aufgenommen.

Also:
Umwelt- und Klimaschutz sind keine neuen Themen,
haben aber leider nichts an Brisanz verloren.

Das Problem wurde zwar ernst,
aber offensichtlich nicht ernst genug genommen!

Deshalb stehen wir nun davor,
den „Klimanotstand“ auszurufen.

„Klimanotstand“: Was für ein Wort!

Aber: Wenn derjenige,
der diesen alarmierenden Begriff geprägt hat,
das Thema in den Fokus rücken wollte,
dann hat er sein Ziel erreicht!

Offensichtlich muss man die Dinge eben manchmal zuspitzen!

Meine Damen und Herren,

die Stadt Gladbeck fühlt sich dem Klimaschutz bereits seit über vier Jahrzehnten verpflichtet.

 Es ist also kein Aktionismus,
kein „auf den Zug aufspringen“,
wenn wir heute für Gladbeck den Klimanotstand ausrufen.

Es geht ausdrücklich nicht um das Produzieren einer Endzeitstimmung.

Es ist aber durchaus auch eine gute Gelegenheit,
noch einmal zu verdeutlichen,
was wir bereits geleistet haben
und immer noch leisten.

Seit 1978 betreiben wir ein kontinuierliches Energiemanagement,
um unseren Energieverbrauch zu senken.
Auf fast jedem städtischen Gebäude befindet sich eine Photovoltaikanlage,
die meisten sind sogenannte „Bürgersolaranlagen“.

Beim Heizen haben wir den CO2-Ausstoß um
64 % reduziert.

2014 wurden wir in Berlin mit dem „Kommunalen Klimaschutz-Preis“ des Bundesumweltministeriums ausgezeichnet.
Den hat mir übrigens „Wetterfrosch“ Sven Plöger in die Hand gedrückt!
Dies sind nur wenige Beispiele.

In der Sitzung des Umweltausschusses am vergangenen Montag hat Stadtbaurat Dr. Kreuzer unser Engagement im Detail vorgestellt.

Lassen Sie mich in diesem Zusammenhang noch ergänzen:
In Gladbeck hat es keiner „Fridays for Future Bewegung“ bedurft, um die Jugend zu mobilisieren.
Unser Jugendrat hat in den vergangenen Jahren zahlreiche Projekte zum Umweltschutz durchgeführt.

Nur einige wenige Beispiele:
  • „Klimawandel: Gute Aussichten für Morgen?!“ mit Sven Plöger in der Matthias-Jacobs-Stadthalle
  • „Besser leben ohne Plastik“ im Lesecafé
  • Besuch des Klimahauses Bremerhaven
  • Teilnahme am Umweltpreis.

Ja, Umweltschutz ist für die Jugend in Gladbeck schon lange ein Thema,
und dies auch in Kitas und Schulen!

Meine Damen und Herren,
„Klimaschutz liegt in der Verantwortung jedes Einzelnen,
aber insbesondere auch jedes Staates und jeder Kommune.
Die Stadt Gladbeck will deshalb ihre Bemühungen um den Klimaschutz weiter verstärken
und so ihren Beitrag zu einer guten Zukunft insbesondere für nachfolgende Generationen leisten.“
So der Beschlussentwurf des Umweltausschusses vor wenigen Tagen.

Ja, wir wollen unserer Verantwortung noch mehr gerecht werden,
unsere Bemühungen um den Klimaschutz weiter ausbauen.
Aber: Auch jeder Einzelne ist in der Verantwortung!

Und:

Jeder muss mitziehen bei den Maßnahmen,
die getroffen werden,
und zwar nicht nur dann,
wenn es keine Einschränkungen oder Mehrkosten mit sich bringt.
Der Klimawandel erfordert eine „Wende zum Weniger“.

Denn: Wachstum um jeden Preis
hat auf Dauer einen Preis,
den niemand bezahlen kann.

Was heißt das für uns alle?

Leben ist möglich ohne
  • Billigflüge und Kreuzfahrten
  • Flugavocados und Steaks,
  • Heizpilze und protzige SUVs.
Aber: „Weniger“ gewinnt keine Wahlen, bringt keine Sympathiepunkte für Politik!

Wir alle erinnern uns an den Aufschrei der Empörung,
als DIE GRÜNEN bloß einen Veggie-Day vorschlugen!
Wenn wir alle zumindest ein wenig Verzicht üben würden,
wären wir schon einen guten Schritt weiter!


Und was wir auch nicht vergessen dürfen:

Klimagerechtes Bauen und Handeln bedeutet Mehrkosten, für
  • Investoren,
  • Bauherren,
  • Unternehmen,
  • Stadtverwaltung,
  • Gebührenzahler!

Umweltschutz ist nicht zum Nulltarif zu haben!
Darüber müssen sich alle im Klaren sein!
Letztlich muss jeder für sich den Kompromiss zwischen Genuss und Mäßigung finden.
Hier gilt aber – wie in allen Lebenslagen:
Das Wort „Kompromiss“ darf nicht zum Schimpfwort degradiert werden,
denn um Kompromisse geht es immer in einer Demokratie!


Dennoch, meine Damen und Herren,
was die Stadt Gladbeck zukünftig noch zusätzlich für den Klimaschutz tun kann,
das wollen wir heute auf den Weg bringen!
Deshalb rufen wir den Klimanotstand aus.
Das sind wir nachfolgenden Generationen schuldig,
ganz im Sinne von Albert Einstein, der sagte:


„Mehr als die Vergangenheit interessiert mich die Zukunft, denn in ihr gedenke ich zu leben!“


Herzlichst
Ihr

 

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