Rede zum Neujahrsempfang der Gladbecker Wirtschaft

„Brexit? Unmöglich, sagten alle. Präsident Trump? Unmöglich, sagten alle. Aber wenigstens glauben sie auf Schalke jetzt wieder an die Meisterschale.“ Comedian Steinberg hat es nach der US-Wahl auf den Punkt gebracht.

2016: Das Jahr der unglaublichen Nachrichten. Die Silvesternacht in Köln, Brexit, Trump, Nizza, München, Berlin und immer wieder Aleppo, aber auch: Leonard Cohen, David Bowie und Roger Willemsen. Ein Jahr, das uns nachdenklich, unsicher, traurig, gemacht hat.

Millionen Menschen auf der Flucht, Krieg und Terror in Syrien, Attentate in der Türkei. Kurz vor Weihnachten der furchtbare Anschlag in Berlin, gefolgt von Entsetzen und Trauer. Aber auch: Schnelle Schuldzuweisungen, Verschwörungstheorien, Fake-News, Halbwahrheiten. Woran können wir noch glauben, was ist noch verlässlich?

Ja, wir leben im „postfaktischen“ Zeitalter, wo Unglaubliches möglich ist, Unwahrheiten zu Wahrheiten werden, Stimmungsmache vor Rationalität geht die Lüge ist salonfähig geworden. Was gibt uns Orientierung? Für mich immer noch an erster Stelle: Unser Grundgesetz, vor dem alle Menschen gleich sind, das die Würde des Einzelnen garantiert, in dem Respekt und Toleranz zählen.

Und gerade an letzteren mangelt es, selbst gegenüber Polizei, Feuerwehr, Hilfsorganisationen und vielen anderen, die für uns alle einfach nur ihren Job tun. Gegenüber Politikern, die aus Angst um ihre Familien zurücktreten. Gegenüber allen, die sich für Geflüchtete einsetzen, Hier müssen wir Position beziehen!

Und da hat die Bundeskanzlerin Recht, wenn sie sagt: „Pressefreiheit, Religionsfreiheit, Meinungsfreiheit und Reisefreiheit bekommt man nicht dauerhaft geschenkt, ohne dass man etwas dafür tut. Es gibt Zeiten, wo Weichen gestellt werden, wo man sich vergewissern muss, was sind unsere Grundlagen und die Prinzipien, nach denen wir unsere Zukunft gestalten. Ich bin überzeugt, wir leben wieder in einer solchen Zeit.“

Wir müssen unsere Freiheit verteidigen. Damit am Ende nicht die Recht bekommen, die extreme Positionen vertreten – egal, ob rechts oder links. Sondern die, die sich in der Mitte der Gesellschaft befinden, die für den Ausgleich stehen. Denn das sind doch die, so zitiert es auch die aktuelle ZEIT, „die den Karren ziehen“. Die mit ihren Steuern, ihrer Arbeit, mit ihrem ehrenamtlichen Einsatz dafür sorgen, dass der „Motor Deutschland“ rund läuft.

Es gibt sie noch, die „Durchschnittsbürger“, die verlässlich zur Gesellschaft stehen, die alles zusammenhalten. In diesem Zusammenhang möchte ich gerne die gute, konstruktive Zusammenarbeit mit dem VGW erwähnen. Natürlich geht es einer Stadt dann gut, wenn es der Wirtschaft gut geht. Nur dann funktioniert unsere Infrastruktur. Wir haben dieselben Interessen, ziehen am selben Strang.

Der VGW übernimmt Verantwortung, kümmert sich um die Jugend, initiiert Projekte wie „I + I = Z“, vergibt Nachhilfestipendien, unterstützt städtische Angebote zur „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“. Auch sie übernehmen Verantwortung: Die ehemaligen Bergleute vom „Bergmann- u. Geschichtsverein Zeche Graf Moltke I/IV“, die ihr Know-How und ihre Berufserfahrung an die Schüler der Erich-Fried-Schule weitergeben.

Ihre gemeinsamen Ergebnisse sind im Neuen Rathaus und zurzeit in der Petruskirche zu sehen. Herzlich willkommen den Aktiven rund um Walter Hüßhoff, Herrn Schulleiter Christoph Hauptvogel und den Schülern der Erich-Fried-Schule!

Ja, sie machen ernst. Sie – die Wirtschaft, aber auch die Gewerkschafter und viele, viele andere Gutwillige. Wie heißt es bei dem Theologen Romano Guardani? „Ernst machen heißt nicht, tönende Wort sprechen und sich in großen Forderungen überbieten. Ernst macht, wer die Aufgaben dort sieht, wo sie wirklich sind. Im täglichen Leben, in der nächsten Umgebung: Wer diese Aufgaben entschlossen anpackt und Tag und Nacht erfüllt.“ Danke an Sie alle dafür, dass „Sie ernst machen“!

2016 war das Jahr, in dem wir weiter unseren Haushalt konsolidiert, die Fußgängerzone umgebaut, Projekte realisiert haben wie: Neubau am Marktplatz, Roter Turm, neuer Eigentümer für Hertie, Innovation City. Aber was hätten Sie gedacht, wenn ich Ihnen vor einem Jahr gesagt hätte: 2016 wird auch das Jahr, in dem 35.000 Menschen bei der WDR-2-Party fröhlich miteinander feiern, eine Woche später die Gasballon-WM in Gladbeck startet – das war die denkbar beste Stadtwerbung!

Das Jahr, in dem wir mit Unterstützung der gesamten Stadtgesellschaft 1.200 geflüchtete Menschen integrieren – das Zusammenleben klappt gut! Damit Gladbeck eine lebenswerte Stadt bleibt, brauchen wir Sie alle: Unternehmerinnen und Unternehmer mit Leidenschaft, engagierte Arbeitnehmer, ehrenamtlich Aktive. Nur im Zusammenspiel können wir unsere Stadt zukunftsfähig machen.

2016 war global das Jahr, in dem Unmögliches geschah. Für 2017 wünsche ich mir für Gladbeck, dass es wieder ein Jahr der Möglichkeiten wird. 2017 – machen wir das Beste daraus!

Glückauf!               

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