Radverkehrskonzept  „Fahrradfreundliches Gladbeck 2025“



  

Das Thema „Radverkehr in Gladbeck“ soll in den nächsten Jahren verstärkt in den Blick genommen werden. Hierfür wird aktuell ein Radverkehrskonzept durch das Stadt- und Verkehrsplanungsbüro Kaulen SVK aus Aachen erarbeitet.

Die Bearbeitung des Radverkehrskonzeptes sieht eine umfangreiche Bestandsaufnahme und Analyse, eine Netzkonzeption sowie ein strategisches Konzept vor. Weiterhin wird ein Maßnahmenkonzept mit einer Investitionsplanung erarbeitet. Einen breiten Raum werden die Öffentlichkeitsarbeit und unterschiedliche Beteiligungsprozesse einnehmen.

Abb.: Arbeitsschritte „Radverkehrskonzept Gladbeck „ Darstellung © SVK

Die gutachterliche Arbeit soll durch weitere Fachleute sowie durch die Fachdienststellen der Verwaltung begleitet und unterstützt werden, um frühzeitig und umfassend eine breit angelegte Kommunikation im gesamten Planungsprozess zu gewährleisten.

Es ist daher ein projektbegleitender Arbeitskreis „Radverkehr“ eingerichtet worden, in dem auch die verkehrspolitischen Sprecher der im Rat der Stadt Gladbeck vertretenen Fraktionen eingebunden sind. Ferner sind Vertreter der Polizei, des ADFC, des Senioren- und Behindertenbeirates im Arbeitskreis vertreten. Von Seiten der Verwaltung nehmen u. a. die Ordnungsbehörde, die Schulverwaltung sowie das Ingenieuramt teil. Die Federführung des Projektes liegt beim Amt für Planen, Bauen, Umwelt. Der Arbeitskreis wird den Erarbeitungsprozess des Radverkehrskonzeptes fachlich begleiten.

Bürgerbeteilung

Für die bürgerschaftliche Beteiligung ist das Bürgerforum Radverkehr eingerichtet worden. Hierbei handelt es sich um offene Diskussions- und Informationsveranstaltungen zum Thema Radverkehr in Gladbeck.

Die erste Veranstaltung fand im September 2016 statt. Ein weiteres Forum wird es im Frühsommer 2018 geben.

Umfrage zum Radfahren in Gladbeck

Weiterhin wurde eine Fragebogenaktion zum Fahrradklima in Gladbeck durchgeführt.

Mit der Umfrage konnten die Bürgerinnen und Bürger u.a. ihre persönliche Einschätzung zur allgemeinen Zufriedenheit, zur Sicherheit und zum Komfort beim Radfahren abgeben.

Die Ergebnisse der Befragung werden im nächsten Bürgerforum Radverkehr präsentiert.

Die bürgerschaftliche Einschätzung der heutigen Situation des Radverkehrs im Stadtgebiet von Gladbeck hilft, das zu erarbeitende Radverkehrskonzept voranzubringen. Zielsetzung ist es, den Anteil des innerstädtischen Radverkehrs künftig anzuheben und die Stadt Gladbeck noch fahrradfreundlicher zu gestalten.

Das Radverkehrskonzept wird in 2018 abgeschlossen.


Konzeptionelle Arbeiten zum Radverkehr in den zurückliegenden Jahren

Im Zeitraum von 1989 bis 1994 gehörte die Stadt Gladbeck zu einer der ersten Modellstädte im Landesprogramm Fahrradfreundliche Städte und Gemeinden in NRW und ist seit 1993 Gründungsmitglied der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Städte, Gemeinden und Kreise in NRW e.V. "

Seit 1989 erfolgte der kontinuierliche Ausbau der Radverkehrsinfrastruktur zu einem durchgängigen Radverkehrsnetz mit einer Gesamtlänge von rund 130 km. Nahezu alle Hauptverkehrsstraßen verfügen über Radverkehrsanlagen.

Die flächenhaft eingerichteten Tempo 30-Zonen, die Öffnung aller Einbahnstraßen, die eingerichteten Fahrradstraßen und die teilweise geöffnete Fußgängerzone ergänzen die Radverkehrsanlagen zu einem nahezu flächenhaft geschlossenem Radverkehrsnetz in der Stadt Gladbeck.

Um die Innenstadt für den Radverkehr noch attraktiver zu machen, entwickelte die Stadt Gladbeck 1989 ein Fahrrad-Parkkonzept. Im Innenstadtbereich entstanden in der Folge eine große Anzahl qualitativ hochwertige Fahrradabstellplätze an allen relevanten Einrichtungen in der Innenstadt. Seit 2000 wurden über 300 weitere Fahrradstellplätze an öffentlichen Einrichtungen und an Freizeiteinrichtungen geschaffen.

Seit 1999 gibt es zudem die Radstation am Bahnhof West mit 300 Stellplätzen.

Im Jahr 2000 erfolgte eine Analyse und Bewertung der gesamten Radverkehrsinfrastruktur. Auf Basis dieser Untersuchung erfolgt der weitere Ausbau des Radverkehrsnetzes in der Stadt Gladbeck. In den letzten Jahren wurden bereits einige der vorgefundenen Mängel behoben und große Netzlücken geschlossen.

Seit 1994 sind innerhalb von Gladbeck die Straßen in den Wohngebieten als Tempo-30-Zonen ausgewiesen. In diesen temporeduzierten Straßen ist in der Regel eine gesonderte Führung des Radverkehrs auf eigenen Radwegen grundsätzlich nicht erforderlich.

Wesentlich ist daher die gesicherte Führung des Radverkehrs entlang der Verbindungs- und Hauptverkehrsstraßen. Hier weist das Gladbecker Radwegenetz bereits ein umfangreiches Angebot in unterschiedlichster Qualität auf. Größere Netzlücken sind dabei im städtischen Straßennetz nicht vorhanden.

Die aktuelle Rechtsprechung zur Führung des Radverkehrs in Straßen sowie die Änderungen der StVO und des überarbeiteten Regelwerks (Empfehlungen für Radverkehrsanlagen, ERA 2010) werden zum Anlass genommen die bestehenden Radverkehrsanlagen im gesamten Stadtgebiet erneut zu überprüfen.

Eine Arbeitsgruppe wird die bestehenden Radverkehrsanlagen stadtteilweise in Augenschein nehmen. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse liefern eine qualifizierte Bestandsaufnahme, die für die Erarbeitung eines gesamtstädtischen Radverkehrsnetzes genutzt werden sollen.

Bereits vor über zehn Jahren wurde ein gesamtstädtisches Wegweisungssystem für den Radverkehr aufgebaut, dies wurde im Jahr 2006 mit den Wegweisern des landesweiten Radverkehrsnetzes ergänzt.

Mitarbeit in der AGFS

Die Stadt Gladbeck ist seit 1993 Gründungsmitglied Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Städte, Gemeinden und Kreise in NRW e.V. Alle Aktionen der AGFS, wie z.B. die Plakatkampagne „Gladbecker tun es" oder die jährliche „Aktion Licht" zur Fahrradbeleuchtung werden von der Stadt Gladbeck durchgeführt.

Die Broschüren der AGFS werden in Gladbeck nicht nur verteilt, sondern gehören inzwischen zum täglichen Handwerkszeug der Verwaltung wie etwa die Abstellanlagenbroschüre. Diese wurde sogar offiziell vom Ausschuss der Stadt als verbindliche Empfehlung eingeführt.

Die Stadt Gladbeck hat sich bereits zweimal um die weitere Mitgliedschaft in der Arbeitsgemeinschaft der fußgänger- und fahrradfreundlichen Städte, Gemeinden und Kreise in Nordrhein-Westfalen e.V. beworben. Die jeweiligen Anträge in 2007 und 2014 wurden stets positiv beschieden. Die aktuelle Verlängerung reicht nun bis Ende 2021.

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