FAQ Kanalnetz der Stadt Gladbeck



In der Vergangenheit war Gladbeck wiederholt von Starkregen betroffen. Es kommt dabei immer wieder zu Überflutungen von Straßen und Kellern. Liegt das am Kanalnetz der Stadt Gladbeck?


Nein, Gladbeck ist kein Einzelfall! Ob Essen, Gelsenkirchen, Bottrop, Bochum, Dorsten, Duisburg, Oberhausen, oder Recklinghausen: Alle Städte, waren in der Vergangenheit von heftigen Unwettern betroffen und klagten über die gleichen Probleme.  Grundsätzlich gilt: Auf diese extrem starken Regenfälle kann sich keine Stadt vorbereiten.


Ist das Kanalnetz der Stadt Gladbeck nicht leistungsstark genug?

Das Kanalnetz der Stadt Gladbeck ist rund 240 Kilometer lang.  Das Kanalnetz entspricht den allgemeinen technischen Anforderungen. Sogenannte Starkregen liegen deutlich über den üblichen Anforderungen. Auf einem normalen Grundstück von ca. 500 Quadratmetern fielen z. B. bei einem Starkregenereignis im Jahr 2016 rund 16.000 Liter Regen innerhalb von 45 Minuten. Das ist der Inhalt von fast 100 Badewannen.


Warum läuft das Wasser auf den Straßen nicht ab?

Wenn Wasser flächig auf der Straße steht, ist das Kanalnetz ausgelastet.  Grundsätzlich gilt: Es ist sogar von Vorteil, wenn das Wasser zunächst auf der Straße steht. Dadurch entlastet es das städtische Kanalnetz. Ein überlastetes Netz würde am Ende zu noch mehr Schäden in Häusern und auf Straßen führen.


Investiert die Stadt Gladbeck zu wenig in das städtische Kanalnetz?

Umfassende Arbeiten des Ingenieuramtes finden in der Regel unterirdisch statt. Daher werden diese Arbeiten von der Bevölkerung kaum wahrgenommen. Insgesamt werden jedes Jahr rund 3 Mio. Euro in die städtische Kanalinfrastruktur investiert. Allein für die Erneuerung von Straßenabläufen (Gullys) werden jährlich über 100.000 Euro ausgegeben.


Wie häufig werden Gullys gereinigt?

Insgesamt gibt es fast 8.000 Gullys im gesamten Stadtgebiet. In der Regel erfolgt die Reinigung der Gullys ein- bis zweimal im Jahr. In Bereichen mit geringer Verschmutzung wird bedarfsorientiert weniger gereinigt. Im Gegenzug wird z. B. in Senken oder anderen exponierten Bereichen sogar deutlich häufiger gesäubert! 


Werden die Gullys nach Starkregenereignissen gereinigt?

Alle Gullys zu säubern und zu kontrollieren, das ist in der Kürze der Zeit bei Unwettern nicht möglich. Das Ingenieuramt konzentriert sich daher auf besondere Schwerpunkte. Dazu zählen zum Beispiel bekannte neuralgische Punkte in Bodensenken, an denen zuerst Überschwemmungen auftreten können.


Das Klima ändert sich, Starkregenfälle sind zukünftig häufiger zu erwarten. Wie stellt sich die Stadt Gladbeck darauf ein?

Der Klimawandel stellt besondere Herausforderungen an die Stadtplanung. Bei der Planung eines größeren Neubaugebietes und Nachverdichtungen werden unter anderem Regenrückhaltebecken (Zwischenspeicher für Regenwasser) vorgesehen. Es wird Wert auf einen großen Anteil an Grünflächen gelegt, um Flächen für die Regenwasserversickerung zu erhalten. Ein vorsorgliches Planungsmanagement für die Entwässerung ist Teil jeder Neuerschließung. In den Bestandsflächen wird, soweit möglich, das Mischsystem in ein Trennsystem umgewandelt. Das Regenwasser wird dann in einem gesonderten Rohr abgeleitet.
  

Wie wird die Leistungsfähigkeit des Kanalnetzes gewährleistet?

Alle Planungen rund um das Kanalnetz erfolgen nach den allg. anerkannten Regeln der Technik und unter Beachtung der rechtlichen und technischen Regeln. Die Leistungsfähigkeit des Kanalnetzes wird durch die Bezirksregierung als Aufsichtsbehörde regelmäßig überprüft. Alle sechs Jahre reicht die Stadt Gladbeck ein Abwasserbeseitigungskonzept ein. Außerdem finden kontinuierliche Gespräche mit der Bezirksregierung statt.


Warum ist das Kanalnetz der Stadt Gladbeck nicht auf Starkregen ausgelegt?

Die Stadt Gladbeck muss sich an rechtliche Vorgaben halten. Ein Starkregenereignis als Grundlage für die Dimensionierung zu wählen ist rechtlich nicht zulässig. Unabhängig davon würde es zu extremen Baukosten und damit zu sehr hohen Abwassergebühren führen.
 

Was können die Eigentümer von Gebäuden machen?

Die private Abwasseranlage sollte regelmäßig gewartet und gereinigt werden. Bei Rückstau in den Keller kann ein Fachmann helfen, an der richtigen Stelle eine Rückschlagklappe zu installieren. Alternativ kann auch eine bauliche Anpassung der privaten Abwasseranlage einen Rückstau verhindern. Fachleute sind im Sanitärhandwerk und bei Kanalinspektionsfirmen zu finden. Konkrete Informationen finden Sie unter dem unten angegebenen Link. 

 
Weitere Hinweise und Ansprechpartner gibt es hier:


https://www.gladbeck.de/Leben_Wohnen/Ingenieuramt_Beta/Stadtentwaesserung/Ihre_private_Grundstuecksentwaesserung.asp


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