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Sparkassenturm: Sanierung oder Abriss? Stadt will neues „Viktoria-Quartier“ entwickeln
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Einleitung
Turm und Tiefgarage der Sparkasse sind in die Jahre gekommen und müssen umfassend saniert werden. Daher stellt sich die Frage, ob dies wirtschaftlich sinnvoll ist.
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Ein möglicher Abriss böte neue Chancen für die Weiterentwicklung der Innenstadt. Stadt, Sparkasse und GWG prüfen daher eine gemeinsame Entwicklung des Areals zwischen Rathaus, Sparkasse und Kulturzentrum als „Viktoria-Quartier“.

Bürgermeister Ulrich Roland, Verwaltungsratsvorsitzender der Stadtsparkasse, Stadtbaurat Dr. Volker Kreuzer, die Sparkassenvorstände Ludger Kreyerhoff und Marcus Steiner sowie GWG-Geschäftsführer Thomas Balke stellten dazu jetzt erste Überlegungen vor.

Da die Sparkasse heute einen deutlich geringeren Flächenbedarf hat und eine Weiternutzung des Turms für Wohnen oder Büros möglicherweise nicht wirtschaftlich ist, könnte der Abriss eine Alternative sein. Dadurch ergibt sich nach dem Umbau der Fußgängerzone und dem Bau der erfolgreichen neuen Geschäfts- und Wohnhäuser Hoch10 und am Marktplatz (ehemals P&C) die Chance einer Fortsetzung der erfolgreichen Stadtreparatur in einem neuen „Viktoria-Quartier“.

Warum Viktoria-Quartier?

Seit den 1970er-Jahren steht dort, wo früher die Viktoria-Straße am Rathaus entlang in Richtung Süden verlief, der Sparkassenturm, daneben der Rathausparkplatz. Nach dem Abriss könnte dort in den nächsten Jahren das neue „Viktoria-Quartier“ entstehen. Damit würde nach der Gustav-Straße (zwischen Bottroper Straße und Jovy-Villa) auch der zweite historische Straßenzug reaktiviert.

Stadt, Sparkasse und die städtische Baugesellschaft GWG prüfen nun, ob und wie die Entwicklung dieses Areals wirtschaftlich und städtebaulich erfolgen könnte. Nach den ersten Überlegungen könnten dort, angelehnt an die Gestaltung des Neuen Rathauses, neue Geschäfts- und Bürogebäude entstehen. Das Sparkassengebäude an der Friedrich-Ebert-Straße befindet sich in einem guten baulichen Zustand und soll erhalten bleiben.

„Haus der Sicherheit“

Künftige Nutzer könnten neben der Sparkasse und deren bisherigen Mietern auch städtische Dienststellen sein; konkret wird überlegt, in einem „Haus der Sicherheit“ Ordnungsamt, Kommunalen Ordnungsdienst und nach Möglichkeit auch die Polizei dort zusammen zu fassen. Weitere Nutzungen könnten eine zusätzliche innerstädtische Kita, Hotel/Gastronomie, Büros oder Dienstleistungen sein. Einzelhandel und Wohnen sollen dagegen ausdrücklich ausgeschlossen werden!

Polizeipräsidentin Friederike Zurhausen zeigte im Vorfeld bereits Interesse an den Plänen: "Wir nehmen die beabsichtigte städtebauliche Entwicklung der Stadt Gladbeck als Polizeibehörde interessiert zur Kenntnis und freuen uns, dass man sich uns als potentiellen Mieter vorstellen kann. Aus vergaberechtlichen Gründen bedarf die Anmietung einer polizeilichen Liegenschaft indes der Durchführung eines wettbewerblichen, transparenten und diskriminierungsfreien Ausschreibungsverfahrens. Die zentrale Lage ist dabei sicherlich ein wichtiges Kriterium für eine polizeiliche Liegenschaft. Das gegenwärtige Mietverhältnis für die Polizeiwache am Jovyplatz läuft allerdings noch einige Jahre. Eine endgültige Entscheidung, wie es danach für die Polizei am Standort Gladbeck weitergeht, ist noch nicht getroffen. Wir bleiben aber in jedem Fall vor Ort und würden es begrüßen, wenn sich die Stadt Gladbeck an einem etwaigen Verfahren für die Anmietung einer neuen Polizeiwache in Gladbeck beteiligen würde."

Neuer Grünzug zwischen Rathauspark und Pastoratswäldchen

Für eine mögliche Entwicklung des „Viktoria-Quartiers“ wurden drei Varianten skizziert. Alle zeichnen sich durch eine attraktive Neubebauung aus, die sich an der Architektur des Neuen Rathauses orientiert und sich harmonisch in die vorhandene Bebauung einfügt. Zwischen den neuen Gebäuden und Galerie/Mundart und dem Gebäude des Gesundheitsamtes soll ein neuer Grünzug entstehen, der den Rathauspark mit dem ehemaligen Pastoratswäldchen am Kulturzentrum verbindet.

Damit der Betrieb der Sparkasse während der Bauzeit nicht eingeschränkt wird, müsste in einem ersten Bauabschnitt zunächst das neue Sparkassengebäude entstehen, erst danach könnten Tiefgarage und Büroturm abgerissen werden. Um das Parkplatzangebot zu erhalten, ist vorgesehen, unter dem neuen Baukomplex eine Tiefgarage zu errichten.

Der Verwaltungsrat der Sparkasse (10. März) und der Aufsichtsrat der GWG (11. März) haben sich umfassend mit dem „Viktoria-Quartier“ beschäftigt und „grünes Licht“ für eine konkrete Prüfung des Projektes gegeben. Am 19. März werden die Überlegungen im Planungsausschuss und am 31. März im Innenstadt-Ausschuss vorgestellt. Sollten sich die Überlegungen konkretisieren, soll das Projekt auch in einer öffentlichen Bürgerversammlung vorgestellt werden.

„Selbstverständlich wissen wir heute noch nicht, ob so ein ambitioniertes Projekt am Ende wirtschaftlich funktioniert. Angesichts eines möglichen Abrisses von Parkdeck und Turm der Sparkasse wäre es fahrlässig, die Chancen, die sich für die Weiterentwicklung der Stadtmitte ergeben, nicht ernsthaft zu prüfen. Weder Stadt noch Sparkasse oder GWG werden ein nicht-kalkulierbares finanzielles Risiko eingehen!“ sind sich die drei Beteiligten einig.

Wo könnte künftig das traditionelle Turmblasen stattfinden?

Eine wichtige Frage, die sich sicherlich viele Gladbeckerinnen und Gladbecker stellen, wenn sie von einem möglichen Abriss des Sparkassenturms hören, wurde im Vorfeld natürlich geklärt: Das traditionelle Turmblasen am 23. Dezember ist nicht gefährdet und könnte künftig vom Dach des Geschäftshauses Hoch10 durchgeführt werden.

Foto: REICHER HAASE ASSOZIIERTE GMBH

Beginndatum
11.03.2020


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