Juroren geizen nicht mit Lob

Erich-Kästner-Realschule liegt beim Deutschen Schulpreis gut im Rennen

rbs_presse_Maedchen mit einem Apfel auf dem KopfDie Erich-Kästner-Realschule gehört zu den 20 besten Schulen in Deutschland. Als einzige Realschule in Nordrhein-Westfalen liegt sie noch im Rennen um den Deutschen Schulpreis 2010 und hat damit schon 142 Mitbewerber hinter sich gelassen.
Ob noch mehr daraus wird? Die Antwort gibt es am 11. März. Dann nämlich benennt in Stuttgart eine Fachjury die maximal 15 Schulen, die am 26. Mai zur Preisverleihung im Berliner Reichstag reisen dürfen. Sollte die Braucker Realschule auch diese Hürde noch nehmen, ist alles möglich.

Die sieben Preisträger erfahren ihre Platzierung erst während der feierlichen Veranstaltung in Berlin. Sieben Schulen werden dort ausgezeichnet: Der Hauptpreis ist mit 100 000 Euro dotiert, vier Schulen können sich über je 25 000 Euro freuen. Dazu werden zwei Sonderpreise in Höhe von je 15 000 Euro vergeben: Der „Preis der Jury“ würdigt eine Schule, die unter ungewöhnlichen, oft ungünstigen Bedingungen Hervorragendes leistet. Der „Preis der Akademie“ ehrt eine Schule, die auf einem besonderen Gebiet mit ihrer eigenen „pädagogischen Erfindung“ Außergewöhnliches vollbringt. Der von der Robert Bosch Stiftung und der Heidehof Stiftung im Jahre 2006 ins Leben gerufene Deutsche Schulpreis ist der größte und höchstdotierte Schulwettbewerb in Deutschland.

162 Bewerbungen gingen beim Veranstalter ein, aus allen Bundesländern und Schulformen. 50 dieser Schulen schafften es in die Vorauswahl, die Erich-Kästner-Realschule gehörte - u. a. dank eines differenzierten Förderkonzepts und der mit 65 % beachtlich hohen Quote von Schulabgängern mit der Qualifikation fürs Gymnasium - schließlich zu den 20 Schulen, die von einer hochkarätig besetzten Jury auch in die nächste Runde gewählt wurde. Und das bedeutete: Jetzt mussten sich die theoretischen Inhalte der Bewerbung unter den kritischen Blicken einer fünfköpfigen Jury auch in der Praxis bewähren.

Anderthalb Tage dauerte die Visitation. Die Juroren saßen mit im Unterricht, führten Gespräche mit Schulleitung, Kollegium, Eltern und Schülern. Und anschließend gab es viel Lob. „Es gibt relativ wenige Realschulen, die ihren Ganztagsbetrieb so konsequent führen und als gemeinsame pädagogische Aufgabe des gesamten Kollegiums empfinden“, stellte Katherina Burger-Springwald, die Projektleiterin der Bosch Stiftung, fest. Unterricht morgens, Betreuung nachmittags und zwischendrin Essen in der neuen Mensa - diesen weit verbreiteten Sündenfall habe man an der Erich-Kästner-Schule nicht vorgefunden. Im Gegenteil: Vorbildlich und qualitativ hochwertig laufe hier das Ganztagsangebot.
Die Förderung jedes einzelnen Schülers mit den exzellenten Resultaten bezeichnete Jurymitglied Dr. Otto Seidel, Inhaber eines Instituts für Schulentwicklung, als „lebendigen Beweis, dass die vielerorts noch praktizierte Selektion durchaus hinterfragt werden kann“. Sein Kollege Prof. Dr. Hermann Vieth von der Uni Göttingen hat an der Erich-Kästner-Realschule „pädagogische Innovationen entdeckt, die modellgebend sein könnten“. Ein hoch motiviertes Kollegium stelle die Schüler stets in den Mittelpunkt, hole sie ab, fördere sie und sorge für Anschlussperspektiven. Fazit: „Diese Schule steht nicht still, ist immer auf dem Weg und hat Visionen. Sie kann sich sehen lassen.“
Das hat die Erich-Kästner-Realschule schon bei anderen Wettbewerben unter Beweis gestellt. Diverse Auszeichnungen konnte sie schon erringen, darunter den Titel „Gütesiegelschule Land NRW“.

Ob es auch für eine Platzierung ganz weit vorn beim Deutschen Schulpreis reicht? Bettina Weist, die neue Leiterin des Amtes für Bildung und Erziehung, drückt jedenfalls ganz feste die Daumen: „Die Stadt als Schulträger ist sehr stolz auf diese Schule und ihre hervorragende Arbeit. Wir erwarten das Ergebnis mit Spannung.“
Aber selbst wenn es nicht klappt mit der Reise zur Siegerehrung in Berlin, können Schulleiter Gerd Weggel, sein 36-köpfiges Kollegium, alle Schülerinnen und Schüler samt ihrer Eltern richtig stolz sein, unterstrich auch die Projektleiterin: „Wer ist bis hierher geschafft hat, gehört schon zu den Siegern.“  

27.01.2010
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